Elternzeit bei Vätern: immer häufiger, aber auch kürzer

Elternzeit bei Vätern: immer häufiger, aber auch kürzer

Die Angaben des Statistischen Bundesamtes von 2013 zeigen eine deutliche Tendenz: Das staatliche Elterngeld wird auch von immer mehr Vätern in Anspruch genommen. Im Mai 2013 erreichte ihr Anteil einen neuen Höchststand von 27,3 Prozent. Während neun von zehn Müttern allerdings das Elterngeld für ein Jahr bezogen, gingen 77 Prozent der Väter nach wie vor für maximal zwei Monate in Elternzeit.

Einer der Gründe hierfür ist sicherlich, dass viele Männer noch immer berufliche Nachteile durch eine längere Inanspruchnahme der Elternzeit befürchten. Wohl nicht ganz zu Unrecht. Die minimale Elternzeit von zwei Monaten gilt zwar in vielen Betrieben mittlerweile als gängige Praxis und tatsächlich steht der Vater nach diesen zwei Monaten in manchen Fällen beruflich sogar besser da als vorher, da er eine hohe Sozialkompetenz und großen Familiensinn beweist. Allerdings stoßen nicht wenige Väter, die sich zu einer ausgedehnten Elternzeit entschlossen haben, auf enorme Gegenwehr - und das nicht nur beim Arbeitgeber. Auch Kollegen, Familienmitglieder, Freunde und Bekannte reagieren oft mit spöttischen Kommentaren und viel Unverständnis. Was für zwei Monate als positiv erachtet wird und von Frauen geradezu erwartet wird, ist bei Männern offenbar nicht für einen längeren Zeitraum praktikabel.

Dabei ist es ganz natürlich, dass sich Väter eine für eine längere Zeit ganz intensiv mit dem Nachwuchs befassen wollen. Die Elternzeit ist hierfür die ideale Möglichkeit. Gleichzeitig gibt sie Paaren die Möglichkeit, das vollständige oder teilweise Ausscheiden aus dem Beruf durch das Aufteilen untereinander zeitlich zu begrenzen. Die meisten Väter, die sich für eine längere Elternzeit entscheiden, empfinden diesen Entschluss als persönlichen Gewinn, da sie unvergessliche Momente mit ihren Kindern erleben und die Bindung zu ihnen enorm festigen. Im Beruf kann es ihnen allerdings unter Umständen ebenso ergehen wie berufstätigen Müttern, die durch die Elternzeit einen Karriereknick hinnehmen müssen.

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