Hebammen auch in München Umland in Gefahr

Hebammen auch in München Umland in Gefahr

Viele junge Mütter haben ein sehr enges und vertrauensvolles Verhältnis zu ihrer Hebamme. Schließlich werden sie nicht nur während der Geburt im Krankenhaus von ihr betreut. Auch in den Wochen vor und nach der Geburt stehen die Hebammen ihnen mit Rat und Tat zur Seite, ganz persönlich und individuell. Ein Kind zu bekommen ohne die Unterstützung einer Hebamme, können sich viele Frauen kaum vorstellen, doch tatsächlich ist der gesamte Berufsstand der Hebammen in Gefahr.

Schuld sind die hohen Prämien für eine adäquate Haftpflichtversicherung, ohne welche keine Hebamme arbeiten darf. Freiberufliche Hebammen, also viele Beleghebammen in Krankenhäusern, Hebammen, die Hausgeburten begleiten, oder Hebammen in Geburtshäusern, müssen für ihre Haftpflichtversicherung selbst sorgen. Die Kosten hierfür sind in den letzten Jahren immer weiter angestiegen und haben sich innerhalb von zehn Jahren vervierfacht. Diese Mehrkosten sind schwer mit der ohnehin eher geringen Hebammen-Vergütung zu bestreiten. Die einzige bezahlbare Variante für viele Hebammen war die Option einer Gruppen-Haftpflicht. Allerdings wurde kürzlich bekannt, dass zum Sommer 2015 auch der letzte Versicherungsanbieter aus der Gruppen-Haftpflicht aussteigt.

Selbst für angestellte Hebammen kann diese Entwicklung negative Folgen haben. Ihre Haftpflichtversicherung tragen die Arbeitgeber, doch wenn die Kosten hierfür, muss kalkuliert werden, ob sich eine Entbindungsstation überhaupt noch finanziell lohnt. Aus diesem Grund ist es heute bereits so, dass nicht nur Geburtshäuser, sondern auch Entbindungsstationen kleinerer Krankenhäuser schließen müssen. Das hat zur Folge, dass viele Frauen etliche Kilometer zum Geburtsort fahren müssen und auch Vor- und Nachsorge-Dienste durch eine Hebamme nicht mehr am eigenen Wohnort wahrnehmen können.

Nach Meinung der Hebammen muss eine politische Lösung her, die über eine leichte Erhöhung der Vergütungen hinausgeht. Staatlich finanzierte Haftungsfonds, welche die Kosten ab einer gewissen Obergrenze übernimmt, werden von den Hebammenverbänden gefordert. Doch auch die Eltern sind mittlerweile für das Thema sensibilisiert und stellen sich klar auf die Seite der Hebammen. Eine Petition zur Rettung der Hebammen sammelte innerhalb kürzester Zeit mehr als 300.000 Unterschriften.

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