Zeit zu zweit: Warum kleine Pausen vom Elternsein so wichtig sind

Jedes Paar, das Eltern wird, stellt schnell fest: Durch den Nachwuchs ändert sich auch in der Beziehung vieles grundlegend. Durchwachte Nächte und Schlafmangel in der Babyzeit, der stressige Spagat zwischen Job und Familie, immer zu wenig Zeit für alles und die Prioritäten überall verteilt, nur nicht bei sich selbst.

Auszeiten zu nehmen, ist daher unglaublich wichtig - unsere Tricks und Tipps für kleine Mama-Pausen zwischendurch haben wir schon einmal beleuchtet (LINK). Aber auch zu zweit sollte man sich unbedingt genug Zeit füreinander gönnen - und zwar explizit als Paar und eben nicht als „Mama und Papa“. Einfach mal zu zweit ein paar Stunden verbringen - Essen gehen, ins Kino oder auch einfach zusammen Sport treiben - diese gemeinsame Zeit ist unendlich kostbar, weil man sie eben nicht mehr jeden Tag hat.

 

Der Babysitter betreut die Kinder

Zu zweit unterwegs zu sein, bedeutet dann aber auch, dass die Kinder in dieser Zeit von jemand anders betreut werden. Zugegeben, anfangs mag die Hemmschwelle ganz schön hoch sein, gerade wenn die Kinder noch klein sind. Sie einfach alleine zu lassen, auch wenn es in Obhut einer vertrauten Person wie den Großeltern oder auch einem etablierten Babysitter ist, kostet erst einmal Überwindung.

Wichtig ist daher für alle Beteiligten erst einmal, Vertrauen zu schaffen. Langsam einsteigen, lautet die Devise. Gerade einen Babysitter, der nicht aus der Familie kommt, muss man erst einmal mit allem bekannt und vertraut machen. Den Kindern selbst, den Abläufen und Ritualen in der Familie. Wenn das einmal „sitzt“, kann das Abenteuer Zweisamkeit starten.

 

 Kleine Pausen als Paar

Unser Tipp: Auch hier Schritt für Schritt beginnen. Am besten erst einmal ein Restaurant oder eine Bar ums Eck heraussuchen. So hat man die beruhigende Gewissheit, dass man jederzeit wieder schnell zuhause sein könnte. Meistens merkt man dann aber: Das braucht man gar nicht. Das Handy bleibt stumm und irgendwann ertappt man sich dabei, dass man es gar nicht mehr groß beachtet. Und stattdessen die Zweisamkeit genießt.

Es kann übrigens helfen, wenn man vorher vereinbart, so wenig wie möglich über Kinder und Familie zu sprechen. Denn es gibt schließlich noch so viele andere Themen, die im Familienalltag sonst gerne einmal untergehen.

Ebenso hilfreich kann es sein, sich einen festen Tag in der Woche für die „Auszeit zu zweit“ zu reservieren (und den dann auch wirklich einzuhalten). Sonst läuft man Gefahr, dass man alles nur wieder auf „irgendwann“ verschiebt. Zudem tut man sich mit der Planung leichter, wenn der Babysitter immer an einem bestimmten Wochentag kommt, kann Besuche im Restaurant oder bei Freunden besser und mit mehr Zeitvorlauf planen.

Ohne Kinder verreisen: Geht das überhaupt?

Die Königsdisziplin der Eltern-Auszeit ist dann die (Kurz)Reise ohne Kinder. Natürlich erfordert sie einen Extra-Aufwand an Organisation und Planung. Aber wer es einmal getan hat, wird es vermutlich wieder tun.

Mal wieder in Ruhe frühstücken. Stundenlang und ohne schlechtes Gewissen Zeitung lesen. Wellness machen, ohne ständig auf die Uhr schauen zu müssen. Zum Abendessen gehen und tatsächlich in Ruhe mehrere Gänge zu genießen. All das ist unbezahlbar und hebt das Energie- und Gelassenheitslevel gleichermaßen wieder in ganz neue Sphären.

Vor allem aber beleben diese kleinen Pausen vom Elternsein die Paar-Beziehung um ein Vielfaches. Zeit zu haben ist ein kostbares Gut, das im hektischen Alltag allzu oft fehlt. In diesen besonderen Momenten können wir sie einfordern und genießen.

Und die Kinder? Sie machen ein Wochenende Urlaub bei den Großeltern oder bei der Patentante, bei der engen Freundin oder werden von einem Babysitter oder einer Nanny betreut. Und keine Sorge - es geht ihnen gut dabei! Denn was Kinder brauchen, sind natürlich ihre Eltern. Und zwar entspannte Eltern, die sich auch einmal eine Pause gönnen dürfen.

 

So klappt’s mit der Auszeit zu zweit

Realistisch planen: Die ersten „Dates“ ruhig einmal als Testlauf betrachten, auch um die Gewöhnungsphase an den Babysitter so unkompliziert wie möglich zu gestalten.

Bei der Babysitter-Suche vorab überlegen: Wie oft brauche ich eine Betreuung und für welche Anlässe? Will ich nur ab und zu weg sein, wenn die Kinder schlafen oder soll der Babysitter auch im Alltag mithelfen - Essen machen, ins Bett bringen, eventuell sogar über Nacht bleiben?

Gerade bei einer gemeinsamen Reise nicht zu viel wollen: Lieber weniger Programm machen und dafür mehr Zeit miteinander einplanen. Sonst hetzt man im schlechtesten Fall nur von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit oder von Anwendung zu Anwendung und findet wieder keine Zeit füreinander.

Nicht zu sehr klammern: Moderne Kommunikationsmittel sind in vielen Fällen wirklich toll. Nur sollte man es sich verkneifen, alle halbe Stunde anzurufen, um die Lage zu kontrollieren. Wenn etwas sein sollte, meldet sich der Babysitter ja ohnehin. Und die Oma und der Opa haben im Falle des Falles selbst Kinder groß gezogen, aus denen etwas geworden ist - dieser Gedanke ist manchmal ganz hilfreich.

Enttäuschungen einkalkulieren: Manchmal ist es einfach wie verhext: Da hat man den Wochenendtrip ins Wellness-Hotel wochenlang geplant und dann bekommt das Kind am Tag vorher einen Magen-Darm-Virus. In solchen Fällen helfen nur Zweckoptimismus und eine Reiserücktrittskostenversicherung. Wichtig ist vor allem auch, jetzt nicht die Flinte ins Korn zu werfen à la „Das ist ohnehin sinnlos, denn es klappt ja doch nie.“ Ist es nämlich nicht! Ganz im Gegenteil.

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